Alarmierung und Warnung auf dem Prüfstand

Alarmierung und Warnung auf dem Prüfstand

Mit weit über 200 Teilnehmern aus allen Bundesländern und dem Ausland gestaltete sich der 6. Nationale Paging-Kongress am 18. Februar 2008 in Berlin zu einem großen Erfolg. In seiner Eröffnungsrede betonte Schirmherr Hans-Peter Kröger, das Thema Alarmierung sei wegen vieler offener Fragen und ungelöster Probleme ein Dauerbrenner. „Dieser Informationssog macht den Nationalen Paging-Kongress zu einem der wichtigsten Fachtreffen der BOS-Kommunikation, insbesondere für die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr,“ so der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Kröger plädierte für die Integration einer Weckfunktion in Rauchwarnmeldern, um die Bevölkerung auch nachts vor Katastrophen warnen zu können. Deshalb fordert eine Initiative des Deutschen Feuerwehrverbandes die Integration von Funkchips in Rauchwarnmelder. Im Zusammenhang mit dem geplanten BOS-Digitalfunk für Sprache und Daten mahnte er: „Technik muss sich stärker an den Bedürfnissen der Feuerwehren und der Benutzer orientieren. Sie muss robust sein, und sie sollte nicht mit Spielereien oder komplizierten Bedienvorgängen überfrachtet sein.“

Alarmierung und Warnung auf dem Prüfstand

Die Vorträge von 13 Referenten aus vier Ländern widmeten sich Lösungen für aktuelle Alarmierungsprobleme, der Passfähigkeit zum künftigen BOS-Digitalfunk (Sprech- und Datenfunk), dem Zusammenspiel von TETRA und Paging sowie Konsequenzen aus Regionalisierungen der Leitstellen für die Alarmierung, inklusive Teilnehmermanagement. Ebenfalls erörtert wurden wirksame Maßnahmen zur Warnung der Bevölkerung in Katastrophensituationen sowie Konsequenzen aus gehäuften Wetterextremen und Klimawandel für den Einsatzalltag von Feuerwehren und Hilfsorganisationen. Neben dem Sachstand in Deutschland wurden auch Lösungen aus Belgien, Großbritannien und Irland vorgestellt. Zu den Rednern gehörten: Hans-Peter Kröger, Dipl.-Ing. Albrecht Broemme, Christoph Unger,Michael Gunkel; Uwe Rühl; Claus-Peter Hutter; Bernhard Tschöpe, Erich Wasserthal, Christof Linde, Christian Rudolph, Derek Banner, Christophe Grégoire und Rene Peeren.

Alarmierung und Warnung auf dem Prüfstand

Wilfried Gräfling, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr, moderierte die Veranstaltung, die mit einer Podiumsdiskussion zum Thema „Alarmierung und Warnung 2009“ ihren Abschluss fand. Er betonte, dass es zunächst darum ginge, überall für die Erfüllung des Grunderfordernisses "Alarmierung der freiwilligen Kräfte" zu sorgen. Das leiste separates Paging sehr gut. Mehrere Referenten wiesen darauf hin, dass das neue TETRA-Digitalfunknetz der BOS zu 100 Prozent mit dem GAN-Funkversorgungsgrad 4 versorgen müsste, wenn es eine Chance haben sollte, ähnlich gut wie Paging zu alarmieren. Vorgesehen seien aber nicht 100, sondern maximal 20 Prozent. Michael Gunkel von der BDBOS wandte ein, dass TETRA selbstverständlich nicht Paging leisten könne, das sei auch nie die Aufgabe gewesen. Für die Versorgungsgüte im Digitalfunknetz seien die Bundesländer zuständig. 


Dieses Hin und Her helfe ihnen nicht weiter, zumal das analoge Netz vielerorts immer störanfälliger sei, kaum noch funktioniere und ihnen die Zeit wegrenne, wandten mehrere Teilnehmer ein. „Wir müssen alarmieren, was also tun?“ so die häufigste Frage. „Abwarten, was das neue Netz bringt“, riet Michael Gunkel. Seine Antwort stieß auf heftigen Widerspruch bei einigen Experten, die zu bedenken gaben: Wenn das jetzt noch größtenteils genutzte analoge 4-m-Netz nach der Inbetriebnahme des BOS-Digitalfunknetzes für Sprache und Daten erst einmal abgeschaltet sei, gebe es darüber keine Alarmierung mehr. Sinnvoller sei es, die Probleme zu entkoppeln und die Alarmierung auf eine am schnellsten verfügbare und auch perspektivisch nutzbare Alarmierungslösung umzustellen.

Alarmierung und Warnung auf dem Prüfstand

In Punkto Warnung der Bevölkerung erweise sich das „Zuständigkeitsdesaster“ – begründet mit der föderalistischen Struktur der Bundesrepublik – ebenfalls als hemmend, um überfällige Entwicklungen voranzubringen, argumentierten vor allem kommunale Vertreter. Es könne doch nicht sein, dass ein so reiches Land wie die BRD Warneinrichtungen habe, die nicht besser seien als die der Tsunami-Geschädigten. Und: „Die Kommunen haben das Problem. Uns ist es egal, wer zuständig ist.“ Einen Schritt in die richtige Richtung kündigte Christian Rudolph, Vorsitzender des Forums Brandrauchprävention in der vfdb, an: Der Chip im Rauchwarnmelder werde kommen. Die Technologie sei verfügbar, um nicht nur landesweit, sondern auch einzelne Straßenzüge oder Stadtviertel dynamisch warnen zu können. Ein zuversichtlich stimmender Ausblick auf den nächsten Kongress im Februar 2009. Die Nationalen Paging-Kongresse werden seit 2003 jährlich in Kooperation mit dem Deutschen Feuerwehrverband veranstaltet.

Informationen zum Kongress

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