White Paper zum Innovationspotenzial von Funkruf

Schmalbandige Informationsverteilung über Funkruf. Innovative Potenzialfelder für ein von manchen übersehenes Mobilfunknetz
Prof. Dr. Torsten J. Gerpott
Duisburg/Berlin, November 2012
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Abstract

White Paper

Unter dem Titel „Schmalbandige Informationsverteilung über Funkruf“ untersucht Telekommunikationsexperte Prof. Dr. Torsten J. Gerpott in einem White Paper innovative Potenzialfelder „für ein von manchen übersehenes Mobilfunknetz“. Sein Ausgangspunkt: Die enorm gewachsenen Nutzer- und Umsatzzahlen digitaler zellularer Mobilfunkdienste führen dazu, den Begriff Mobilfunk auf GSM oder UMTS zu reduzieren und Mobilfunksysteme wie den Funkruf (engl. Paging) zu übersehen. Zu unrecht. Denn laut Prof. Dr. Gerpott handelt es sich um eine Spezialtechnologie im Mobilfunk, die „den quantitativ dominierenden GSM-/UMTS-/LTE-Netzen in bestimmten Anwendungsfeldern klar überlegen“ ist.

 

Funkruf könne die besagten Systeme nicht ersetzen, wohl aber sinnvoll ergänzen. Seine Stärken zeige Funkruf vor allem bei zeit- und sicherheitskritischen Anwendungen, aber auch dann, wenn sehr viele Personen gleichzeitig und gezielt informiert, alarmiert oder gewarnt werden müssen.

„GSM-/UMTS-/LTE-Netze weisen insbesondere bei Gefahrenlagen und Katastrophen schwerwiegende Defizite auf“, konstatiert Prof. Dr. Gerpott und verweist vor diesem Hintergrund auf „attraktive Nutzungspotenziale für Funkrufanwendungen zur Bevölkerungswarnung“. Um Wirkung und Reichweite der Warnungen zu erhöhen, plädiert er nicht nur aus Energieeffizienz- und Kostengründen für die Integration von Funkrufmodulen in technische Gebrauchsgüter, etwa Rauchmelder, Kraftfahrzeuge, Smartphones, Tablets u.a.

Weitere Einsatzpotenziale für Funkrufmodule sieht der Autor in der Übermittlung von allgemein interessierenden Informationen (z.B. Wetterprognosen, zeitvariable Stromtarife) und von Steuersignalen an stromverbrauchende/-erzeugende Geräte in Privathaushalten. So eröffne der Einsatz von Funkrufdiensten die Chance, „die Einführung von aktiven Last- und Nachfragemanagementmöglichkeiten für Energielieferanten in Deutschland durch niedrige Kommunikationskosten und Verringerung von Datenschutzproblemen zu beschleunigen.“

Prof. Dr. Gerpott analysiert zahlreiche innovative Anwendungsbereiche, „welche die Attraktivität von Funkruf aus Nutzersicht noch weiter erhöhen werden“. Fazit seines White Papers: Ob Bevölkerungswarnung im Gefahrenfall, Energiewende oder Geräte mit Doppelnutzen – Funkruf bietet zukunftsträchtige Lösungen jenseits vom Breitbandtrend.

Prof. Dr. Torsten J. Gerpott

Prof. Dr. Torsten J. Gerpott leitet seit April 1994 den Lehrstuhl Unternehmens- und Technologiemanagement, Schwerpunkt Telekommunikationswirtschaft, an der Mercator School of Management der Universität Duisburg-Essen. Vor seiner Berufung auf einen Universitätslehrstuhl arbeitete er sechs Jahre für eine US-amerikanische Top-Management-Consulting-Firma. Insgesamt verfügt er über fast 25 Jahre Beratungserfahrung im TK-Sektor und hat nahezu 20 Jahre wissenschaftliche Expertise in diesem Bereich gesammelt. Prof. Gerpott ist seit 1998 Mitglied des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Regulierung der Bundesnetzagentur.

 

Zudem steht er dem Förderkreis Zentrum für Telekommunikation- und Medienwirtschaft e.V. (ZfTM) als Vorstandsvorsitzender vor und nimmt Aufsichts-/Beiratsmandate in mehreren Unternehmen der Telekommunikationswirtschaft wahr.

Darüber hinaus hat er mehr als 320 deutsch- und englischsprachige Aufsätze und Monographien veröffentlicht sowie über 360 Vorträge mit Bezug zur Telekommunikation auf nationalen und internationalen Konferenzen gehalten.

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