Weil alternativer Mobilfunk unabhängig ist von gängigen Dienstleistungen. Jedes technische System hat eine gewisse Ausfallwahrscheinlichkeit. Jeder Ausfallgrund hat wiederum Wahrscheinlichkeiten des Eintritts. Und jede Aktivität des sogenannten Härtens nur eines Dienstes hat dann, wenn es um die letzten Prozente der Sicherheit geht, so viel Ressourcen (Geld, Mitarbeiter, Fläche, Genehmigung, Akzeptanz beim Geldgeber), dass jeder an Kommunikationssicherheit auch nur irgendwie interessierte Nutzer deshalb auf mehreren Beinen stehen muss. Auf den Beinen unabhängiger Angebote. Diese Angebote sind das Wesen der Dienste, Lösungen, Hardware und Software aus den Unternehmen der weltweiten Critical Messaging Association (CMA ).
Die folgende Grafik demonstriert den außerordentlich großen Unterschied zwischen der „Härtung“ eines Systems und demgegenüber Preis und Nutzen für die Nutzung unabhängiger Systeme.

Welche detailliert beschriebenen wichtige Gründe gibt es, CMA-Lösungen einzusetzen?
Wen soll man sonst fragen?
Alte Vertriebsweisheit: man darf sich nicht mit der Zielgruppe verwechseln.
1.
Wenn man also wissen möchte, was besonders wichtig war für den Erwerb der Dienstleistung, zum Beispiel der Paging-Dienstleistung, dann sollte man die Nutzer fragen. Obwohl: Die Endnutzer oder die Entscheider? Und falls man selbst als Anbieter versucht, die Hauptkaufgründe der Kunden zu nennen und weiter zu qualifizieren? Ja, warum nicht, aber dann gemittelt und auch die Kollegen fragen in aller Welt, die genau die gleiche Herausforderung hatten und haben. Oder, zumindest fast die gleiche.
2.
In London trafen sich Ende Oktober 2025 die Experten für Critical Messaging aus drei Kontinenten. Zur jährlichen Konferenz. Wie die Jahre davor in Paris, Berlin und Amsterdam.
Hersteller wie TPL Systemes aus Frankreich, Swissphone aus der Schweiz, Prism-IPX aus den USA und herstellernahe Berater wie DAC System aus der Schweiz waren vertreten.
Systemintegratoren waren dabei. Einer davon: Call System Technology aus Großbritannien.
Betreiber wie Critico aus Irland und Großbritannien, Generic aus Schweden, ASTRID aus Belgien, e*Message aus Deutschland und American Messaging aus den USA haben teilgenommen.
Andrew Murphy vom Private Equity Investor erisbeg aus Irland sprach über die Aktualität seiner Investition.
Erwin Kerkdijk von Technolution aus den Niederlanden führte uns vor Augen, dass Kommunikationslösungen eingebettet sein sollten. Weil der Kunde immer mehr als „nur“ Kommunikation braucht.
Charlotte Roesener von Frequentis und Mitglied des Boards der Public Safety Communication Europe Association kam aus Wien und betonte in ihrem wirklich gelungenen und fundierten Vortrag die Bedeutung von MCX und die der Kooperation der Technologien.
Es ging um Technik, Argumentation, um Motivation, um Erfahrung und Modernität. Darum, dass unsere Zeit jetzt besonders demonstriert, wie wichtig zweite und unabhängige mobile Infrastruktur ist. Immer mehr. Da wäre sicher noch einmal eine mathematische und gleichzeitig um so mehr einleuchtende Argumentation angebracht, denn … es scheint ja so schwer zu seine zu verstehen: es kommt nicht unbedingt darauf an, gegen einen Ausfallgrund immun zu sein – den kann man sowieso nur schwer voraussehen, sondern man sollte sich durch Unabhängigkeit der Technologie und Netze unterscheiden und dann auch seine Alleinstellungsmerkmale gut und überzeugend benennen können.
Über die Konferenz ist berichtet worden. Eine große Anzahl von Beiträgen findet sich in Quelle 2 (siehe Liste in der Anlage).
3.
Mehr als in Paris (2022), Berlin (2023), Amsterdam (2024) ging es in der Nähe des Buckingham Palastes noch mehr darum, voneinander zu lernen, sich auszutauschen. Dazu gab es Foren und es gab eine Befragung der anwesenden Experten über ihre Meinung. Ihre Meinung dazu, was denn wichtigste Kaufentscheidungen der Zehntausenden von Kunden und der Millionen von Endnutzer sind für ihre Angebote.
Jeder der Experten hatte eine begrenzte Anzahl von mehreren Punkten zu vergeben. Und wir erhielten folgende kollektive Meinung:
Die Nutzer der Critical Messaging Association Mitglieder in aller Welt schätzen besonders ...
ERSTER PLATZ im Ranking: Jahrzehntelang erprobter Lösungsstandard (P: Proven)
P1 Dass die Angebote erprobt und bewährt sind. Bewiesen.
P2 Und, dass es sich bei den Anbietern um Experten handelt. Nicht solche, die die aktuelleVielleicht-Mode nachplappern, sondern die 20 Jahre und zum Teil viel mehrSicherheit in der Kommunikation bei Kunden implementiert haben.
P3 DieTechnologie ist de facto Weltstandard. Mit Folgen der Kompatibilität undVerfügbarkeit. Einbindbar in OSI-Schichtenmodelle und der Möglichkeit, weitereSicherheitsschichten zu implementieren.
Auch FAST GANZ VORNE: Effiziente Übertragungsprozedur (T: Transmission)
T1 Dass die Angebote eine besonders schnelle Zustellung in der mobilen Kommunikation erlauben. Auch dann, wenn nichts mehr geht.
T2 Gleichzeitig können mit den Produkten viele Empfänger erreicht werden. Bei der Alarmierung gleichzeitig mehrere Hundert oder Tausend, bei der Warnung der Bevölkerung auch Millionen. Gleichzeitig.
ÜBERAUS WICHTIG: Das nutzensorientierte Endgerät (D: Device)
D1 Dass das Endgerät separiert von anderen Endgeräten ist, dass der Meldeempfänger den Kameraden der Feuerwehr auch ohne Handy zum Alarm ruft, schätzen viele Kunden besonders.
D2 Die Technologie des Pagings (oder auch des POCSAG oder des ETSI-unterstützten Narrow Band Point to Multipoint NP2M – siehe Q2) ist leicht in andere Geräte multibler Nutzung integrierbar. In Wetterstationen zum Beispiel.
D3 Die Batterie des Endgerätes (z. B. Pager) hält 6 Wochen. Es können dedizierte Netze aufgebaut werden. Für einen Campus oder eine bestimmte Region (z.B. Landkreis). Service und Ausfallsicherheit werden hervorgehoben.
UNBEZAHLBAR: Der Wert der außerordentlich guten Funkversorgung (R: Radio Coverage)
R1 Keine Technologie des mobilen Funks ist so aufwandsarm zu implementieren und zu erweitern. Nicht zigtausend neue Funkstandorte, sondern ein Zehntel und weniger reichen bereits für die Versorgung in Kellern der Innenstädte.
R2 Dass die mobile Kommunikation der CMA-Mitglieder ohne zusätzlichen Aufwand bewährt Indoor-Versorgung erlaubt.

Bleiben noch weitere gewichtige Gründe für die CMA-Lösungen. Die oben genannten vier Gruppen aber wurden als grundlegend für alle oder überwiegend alle Mitglieder und deren Angebote herausgearbeitet.
Fazit
Die Argumente für alternative mobile Technologie sind vielfältig. Und natürlich sind sie auch geprägt durch den Charakter der bewertenden Unternehmen, den Kundenkreis, den sie haben und die Erfolge mit speziellen Anwendungen.
Wie in jedem anderen Geschäftsfeld: Es geht auch um den sogenannten „Driver Seat“. Neue Spieler kommen und stellen Behauptungen auf. Der potenzielle Kunde hat da in den letzten dreißig Jahren schon viel gesehen. Und gelernt.
Praxisbeispiele zeigen, dass sich Entscheidungen in mission-kritischen Umgebungen nicht allein an vorhandener Infrastruktur orientieren. So wurde etwa in einem US-Bundesstaat trotz des Wunsches externer Entscheider, ausschließlich auf bestehende Mobilfunknetze zu setzen, auf Druck der Anwender und Manager im Einsatz ein dediziertes Paging-Netz implementiert, das kurz vor der produktiven Inbetriebnahme steht. Ein ähnlicher, wenn auch nicht identischer Ansatz zeigt sich in Belgien: Dort wird gezielt in ein bewährtes Paging-Netz investiert, flächendeckend, und gleichzeitig auf eine kooperative Anbindung an Mission-Critical-Cellular-Dienste nach dem MCX-Prinzip geachtet (Q7).
Auch die wiederkehrende Diskussion um spezielle Endgeräte im Paging-Kontext verdeutlicht die Perspektivunterschiede. Während Kritiker Pager als zusätzliche Belastung für die Nutzer betrachten, widersprechen die Anwender selbst dieser Einschätzung deutlich. Hunderttausende Kameraden der Feuerwehr in Deutschland sehen das separate Endgerät nicht als Last, sondern als unverzichtbares Instrument: Ohne geht es nicht, denn ein dediziertes Gerät kann im Ernstfall – insbesondere in Szenarien mit Ausfällen von Mobilfunk und Strom – Leben retten.
Internationale Erfahrungen unterstreichen diese Einschätzungen, auch wenn regionale Akzentuierungen bestehen. In Schweden hat Generic seine mobile Dienstleistung MiniCall (Paging) erfolgreich um SMS, App-Funktionen und zuletzt um RCS der Mobilfunkanbieter erweitert (Q4). In den USA bietet American Messaging mit AmsConnect eine transparente und sichere Kommunikationslösung im Gesundheitswesen an, unabhängig davon, ob Ärzte über Pager oder Mobiltelefone erreicht werden (Q5). In Deutschland und Frankreich sind Millionen Wetterstationen in privaten Haushalten im Einsatz, die nicht nur regionale Wetterprognosen liefern, sondern auch Warnungen vor gefährlichen Lagen im Rahmen des Warnmixes des BBK (Q8). Dazu brauchte man Partnerschaften mit Herstellern. Und hier hören die Kollegen aus den anderen Ländern sehr genau hin, wie das gemacht wurde.
Übergreifend zeigt sich: Das Lernen voneinander, das Weitergeben gemeinsamer Argumente und die bewusste Vernetzung von Erfahrungen über Ländergrenzen hinweg sind zentrale Erfolgsfaktoren. Genau hier liegt das Potenzial, bewährte Ansätze weiterzuentwickeln und tragfähige Kommunikationslösungen für kritische Anwendungen nachhaltig zu sichern.
Quellen
Q1: NP2M : Europäische Standardisierung über Narrow BandPoint to Multipoint und Warnung der Bevölkerung: https://bit.ly/eMsg_ETSI_NP2M
Q2: Präsentationen auf dem CMAlondon25-Kongress: https://bit.ly/CMA_london25_presentations
Q3: Homepage Critical Messaging Association: https://bit.ly/CMA_Page
Q4: Homepage Generic Schweden: https://bit.ly/CMA_Generic_Home
Q5: Homepage American Messaging: https://bit.ly/CMA_AmsMsg
Q6: 12 Prinzipien für kritische Kommunikation: https://bit.ly/CMA_12principlesCCR
Q7: Belgischer landesweiter Dienstebetreiber für CriticalCommunication, hier zu Paging: https://bit.ly/CMA_ASTRID_Paging
Q8: Wetterwarnung und mehr mittels dedizierten Endgerätes: https://bit.ly/eMsg_WeWa
Der Autor, Dietmar Gollnick hat auf den Gebieten der mathematisch-stochastischen Bewertung sicherer Kommunikation studiert und promoviert. Er war Mitinitiator der e*Message-Gruppe in Deutschland und Frankreich. Er ist Chairman der Critical Messaging Association und Mitglied des Vorstandes des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit beim Deutschen Bundestag.


