Paging: Von den Anfängen bis zur Gegenwart

Polizeifahrzeuge in Detroit

Das erste "pager-like system" entwickelte Polizeikommissar William P. Rutlegde Ende 1921 in Detroit. Also 60 Jahre nach dem ersten Telefonat durch Philipp Reiß und 13 Jahre nach den ersten Versuchen mit Funktelefonen durch die Deutsche Reichsbahn. In relativ kurzer Zeit waren alle Polizeifahrzeuge in Detroit mit diesem frühen Funkrufsystem ausgestattet.

 

Es ermöglichte nicht nur eine raschere Verfolgung und Aufklärung von Verbrechen, sondern erhöhte auch die Chancen zur Prävention. Seither hat sich Paging weltweit rasant entwickelt.

Der Begriff "Paging" leitet sich von Hotel-Pagen ("Bell Boys") her, die einst die Hotelgäste mit einem akustischen Signal, etwa einem Gong, auf für sie eingegangene Nachrichten aufmerksam gemacht haben. "Pageboy I", der erste mit heutigen Geräten vergleichbare Pager, wurde 1974 auf den Markt gebracht. Bereits 1980 nutzten 3,2 Millionen Menschen weltweit einen Pager, 1990 waren es 22 Millionen, 1994 hatte sich die Anzahl fast verdreifacht.

Diese Entwicklung basierte zum einen auf den besonderen Stärken von Paging sowie der erheblichen Verbesserung des Leistungsumfanges (alphanumerische bzw. Textnachrichten) und zum anderen auf der sich stark wandelnden Nutzung von Pagern. So wurden sie in den USA zum Beispiel hauptsächlich verwendet, um den "incomming caller" anzuzeigen und dann zu entscheiden, ob man das vom Empfänger zu zahlende Gespräch auf dem Mobiltelefon annimmt oder nicht.

Wiese

In Europa konzentrierten sich die Betreiber Mitte der 90er Jahre auf den Massenmarkt und auf eine Initiative der großen Hersteller, die mit preiswerten Angeboten die Zielgruppe der 14- bis 25-Jährigen anvisierte. Sie hofften auf eine starke kostenpflichtige Nutzung – aus diversen Gründen ein Trugschluss, wie sich zeigte. Die Miniruf GmbH und die DFR GmbH waren von großen Unternehmen – Miniruf von o.tel.o, DFR von Motorola – ins Leben gerufen worden, um den Lifestyle-Markt zu bedienen.

 

Mit ihren Diensten Quix bzw. TelMi setzten sie vor allem auf Prepaid-Kunden und das Prinzip „Calling Party Pays“ (CPP). Dabei übernimmt der den Ruf absetzende Teilnehmer die Kosten für den Ruf. Der Teilnehmer, der den Ruf empfängt, wird weder mit Grundgebühren noch mit Übertragungsgebühren für den Paging-Dienst belastet. Geschäftlich ging das nicht gut, denn Funkrufnetze können nicht mit Prepaid-Kunden unterhalten werden. 2001 meldete die Miniruf GmbH Insolvenz an, ein Jahr darauf auch die DFR GmbH. Im Gegensatz zu diesen Unternehmen konzentrierte sich e*Message von Beginn an auf professionelle Kunden aus nahezu allen wichtigen Branchen.

Mit Namensänderungen und so genannten "Two-Way-Lösungen" versuchte man Ende der 90''er Jahre in den USA und in anderen Staaten, den Massenmarkt zu erhalten. Die Bestrebungen waren nicht erfolgreich, weil die differenzierenden Eigenschaften der Paging-Technologie dem entgegenlaufen: preiswerte, sichere und kraftvolle Versorgung von großflächigen Gebieten; besondere Vorteile bei der gleichzeitigen Alarmierung vieler Adressaten mit nur einer Rufaussendung ("Punkt-zu-Multipunkt"); geringere Differenzierung im Two-Way-Bereich und bei der Benachrichtigung einzelner Personen ("Punkt-zu-Punkt").

Löschen

Zwei Tendenzen kennzeichnen die Entwicklung heute: Paging gilt als eines der verlässlichsten Systeme im professionellen Bereich und wird deshalb vorzugsweise von Branchen genutzt, für die eine schnelle, sichere und zuverlässige Kommunikation an erster Stelle steht.

 

Das betrifft Industrie, Versorger und Dienstleister ebenso wie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Der zweite Trend: Seine Broadcast-Funktionalität - mit einer Aussendung können beliebig viele Adressaten gleichzeitig erreicht werden - prädestiniert Paging für völlig neue Anwendungen.

So empfangen seit dem Frühjahr 2007 weit über drei Millionen Haushalte in Deutschland und Frankreich auf ihren satellitengestützten Funkwetterstationen dynamisch aktualisierte Wetterinformationen über die landesweiten Paging-Netze von e*Message. Ein von e*Message entwickeltes e*Warnmodul (e*WM) eröffnet darüber hinaus völlig neue Perspektiven für die effektive Warnung der Bevölkerung vor Unwettern, bei Großschadenslagen oder in Katastrophensituationen. Wird das e*Warnmodul zum Beispiel in Rauchwarnmelder integriert, können die betroffenen Bürger auch nachts und auf die Straße genau gewarnt werden. Denkbar ist die Integration aber auch in völlig andere elektronische "Wirtsgeräte", die damit einen Doppelnutzen erhalten.

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