Digitale mobile Kommunikation - ein Technologievergleich

Die digitale mobile Kommunikation wird im öffentlichen Verständnis häufig auf Mobiltelefonie reduziert. Sie umfasst neben zellularen Netzen jedoch auch Broadcast-typische Netze. Nicht von ungefähr erteilt die Bundesnetzagentur Mobilfunkfrequenzzuweisungen u. a. für digitalen zellularen Mobilfunk, für Bündelfunk und für Funkruf (Paging). Die folgende Grafik vermittelt einen Überblick über die Technologien.

Überblick über die verschiedenen Technologienzoom

Zellulare Netze

Im Mobilfunk benutzter Begriff für eine Netzarchitektur, die, auf Zwei-Wege-Kommunikation gerichtet, vor allem der mobilen Individualkommunikation dient. Merkmale sind u. a. die Notwendigkeit von Frequenzwiederholungen, der Rücksendefähigkeit des mobilen Endgerätes und oft der gemeinsamen Nutzung von Frequenzbereichen für unterschiedliche Nutzergruppen. Zu den zellularen Netzen gehören GSM- / GPRS- und UMTS-basierte sowie Bündelfunknetze (MPT 1327, TETRA, TETRAPOL). Die Kurznachrichtendienste (SMS, SDS) dieser Netze können Zustellzeiten wegen der Architektur der Netze nicht garantieren.

Das Positionspapier des Bundesverbandes Professioneller Mobilfunk e.V.(PMeV) untersucht diverse mobile Kommunikationssysteme und zeigt beispielhaft die Krisenanfälligkeit von GSM-Netzen auf. Download

Broadcast-typische Netze

Beschreibt die Architektur von Netzen mit stationären oder mobilen Endgeräten, bei denen eine Information gleichzeitig durch eine beliebige Anzahl von Endgeräten empfangen werden kann. Dabei ist der Aufwand unabhängig von der Anzahl der gleichzeitig die Informationen empfangenden Teilnehmer. Broadcast-typische Netze sind Hörfunk- und Fernsehnetze sowie Paging-Netze.

Paging

Unter „Paging“ versteht man die Übermittlung codierter Signale oder kurzer Nachrichten per Funk an ein mobiles Empfangsgerät (Pager). An das Gerät können je nach dessen technischer Ausstattung entweder ein einzelner Ton, mehrere Töne, nur Ziffern oder eine beliebige, in ihrer Länge jedoch beschränkte alphanumerische Zeichenfolge geschickt werden. Paging-Systeme ermöglichen einen Gruppenruf, bei dem die Nachricht an viele Empfänger zugleich gesendet wird.

Fazit

Prof. Dr.-Ing. Bernhard Walke vergleicht Paging (Funkruf) mit zellularem Mobilfunk und digitalen Rundfunkdiensten in einer Studie der RWTH Aachen, Lehrstuhl ComNet. "Funkrufdienste", so sein Fazit, "haben gegenüber allen anderen Techniken der drahtlosen Nachrichtenübertragung, sei es Mobilfunk, Satellitenfunk oder schnurloser Übergang in das Festnetz, unbestreitbare Vorteile." Die Funkruftechnologie gewährleiste eine fast 100-prozentige Erreichbarkeit des Teilnehmerendgerätes. Bei der schnellen und zuverlässigen Alarmierung von Einzelpersonen und Gruppen sei sie anderen Funksystemen teilweise deutlich überlegen.

Zu den Vorteilen zählen u. a. die bessere Ausleuchtung, längere Standzeiten, geringe Latenz, Gruppenruf-Funktionalität sowie eine hohe Orts- und Zeitwahrscheinlichkeit. Im Gegensatz zu Mobiltelefonnetzen sei die Anzahl der mittels einer Funkzelle zu erreichenden Teilnehmer unbegrenzt. Punkt-zu-Multipunkt-Anwendungen mit einigen Hundert oder mit Tausenden Adressaten seien nur via Funkruf ökonomisch sinnvoll realisierbar. Der RWTH-Studie zufolge verfügen Funkruf-Systeme über ein "erhebliches Entwicklungspotential". Völlig neue Einsatzfelder ergeben sich zum Beispiel aus der Integration in hybride Systeme.

"Im Gegensatz zu Mobiltelefonnetzen ist die Anzahl der mittels einer Funkzelle zu erreichenden Teilnehmer unbegrenzt. Punkt-zu-Multipunkt-Anwendungen mit einigen Hundert oder gar mit Tausenden Adressaten sind nur mit e*Message-Systemen ökonomisch sinnvoll realisierbar."

Studie der ComNets, RWTH Aachen, unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. B. Walke

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