Weg frei für Drahtlos-Standard nP2M in Europa

24.03.2011

Das Technische Komitee ERM des Europäischen Standardisierungsinstituts ETSI beschloss die Prüfung und Zertifizierung der schmalbandigen Punkt-zu-Multipunkt-Übertragung nP2M (narrowband point-to-multipoint).

nP2M

London, 23.03.2011. Das Technische Komitee des Europäischen Standardisierungsinstituts ETSI beschloss auf seiner turnusmäßigen Sitzung Mitte März im südfranzösischen Sophia Antipolis einen neuen Arbeitspunkt: Prüfung und Zertifizierung der schmalbandigen Punkt-zu-Multipunkt-Übertragung nP2M (narrowband point-to-multipoint).

 

Damit folgt das für elektromagnetische Kompatibilität und Frequenzen zuständige Technische Komitee ERM (Electromagnetic compatibility and Radio spectrum Matters) einem Vorschlag der European Mobile Messaging Association (EMMA). Der Antrag wurde vom zuständigen Fachgremium der ETSI, der Arbeitsgruppe Digitaler Mobilfunk (TG DMR), unterstützt.

nP2M geht sehr sparsam mit den Ressourcen Energie und Frequenz um. Auch wegen der Schmalbandigkeit ist diese Technologie gut geeignet, um eine einheitliche Versorgung für Alarmierungs- und Informationsdienste landesweit oder gar europaweit zu gewährleisten. Die Frequenzen werden im Bereich 430 – 470 MHz angesiedelt sein, also in unmittelbarer Nähe der unter anderem für die Digitalfunknetze der europäischen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) genutzten Bereiche. Dies bringt Vorteile, wenn zum Beispiel kombinierte Endgeräte hergestellt werden sollen.

„Wir sehen einen wichtigen Schritt vorwärts, um Anwendungen zu ermöglichen, die anders gar nicht umsetzbar wären“, begrüßte Fatih Mehmet Yurdal, ehemaliger Präsident der Türkischen Regulierungsbehörde für Telekommunikation, die Entscheidung des Technischen Komitees. ”Trotz des steigenden Bedarfs an mehr Bandbreite insbesondere durch verbrauchergetriebene Applikationen sollten wir nicht vergessen, dass einige Anwendungsgebiete höchste Verfügbarkeit bei sehr geringem Ressourcenverbrauch benötigen. Schmalbandige mobile Kommunikation bietet hier Vorteile, auf die wir nicht verzichten können“, betonte auch Prof. Dr.-Ing. Hans D. Schotten, Inhaber des Lehrstuhls für Funkkommunikation und Navigation an der Technischen Universität Kaiserslautern.

Bereits heute werden auf nP2M basierende Dienste angeboten und weiterentwickelt. So empfangen in Deutschland und Frankreich mehrere Millionen Haushalte aktuelle Wetterinformationen ihrer Region für mehrere Tage im Voraus auf batteriegetriebenen Endgeräten. Die Übertragung von dynamischen Energiepreisinformationen wird in Haushalten im Südwesten Deutschlands erprobt. Schalthandlungen zur Energieverbrauchsoptimierung sind eine weitere Anwendung, die die besondere Aufmerksamkeit der ETSI fand und möglicherweise Eingang finden wird in die ökologisch orientierte „Green Agenda“ der Europäischen Standardisierungsorganisation. Als Zusatzfunktion in Rauchwarnmeldern kann über nP2M die Warnung der Bevölkerung realisiert werden. Alles zu einem vertretbaren Preis-Leistungs-Verhältnis und bei guter Inhouse-Qualität. nP2M wird auch die Gruppe der Funkruf-Anwendungen enthalten, die in der europäischen Industrie, bei Feuerwehren und Rettungsdiensten zur Basiskommunikation gehören. Dazu Derek Banner, Präsident der European Mobile Messaging Association (EMMA): „nP2M ist weit mehr als Funkruf, schließt diesen aber ein. Funkruf wird zu einer 'disruptive technology', macht auf bewährter Technik völlig neue Anwendungen denkbar. Die Technologie hat zudem nur sehr geringe Abhängigkeiten von Fehlerquellen im Gefahrenfall, wie sie abgeschaltete Kraftwerke oder überlastete Mobiltelefonnetze darstellen. Das prädestiniert sie nicht nur für die Alarmierung von Rettungskräften, sondern auch für die Warnung der Bevölkerung.“

  • nP2M ist schmalbandig und liefert auch deshalb bezahlbare Funkversorgung bei geringstem Energieverbrauch
  • nP2M als Basis für die Warnung der Bevölkerung sowie die Alarmierung von kommerziellen und behördlichen Einsatzkräften
  • nP2M hilft Haushalten beim ökonomischen Energieverbrauch
  • nP2M ist eine „disruptive technology“ und schließt Funkruf ein

ETSI: European Telecommunications Standards Institute
Die gemeinnützige Institution wurde 1988 auf Initiative der Europäischen Kommisssion gegründet, um europaweit einheitliche Standards im Bereich der Telekommunikation zu schaffen. ETSI gehören mehr als 700 Mitgliedsorganisationen aus 62 Ländern von fünf Kontinenten an, darunter Netzbetreiber, Diensteanbieter, Behörden, Anwender und Hersteller. Das Institut ging aus der European Conference of Postal and Telecommunications Administrations (CEPT) hervor, der 1959 gegründeten Dachorganisation von Regulierungsbehörden aus 48 europäischen Staaten. ETSI-Hauptsitz: Sophia Antipolis, Frankreich.

EMMA: European Mobile Messaging Association
Der weltweit agierenden Vereinigung gehören Mitglieder aus fast 30 Staaten an, darunter Vodafone, PageOne, Generic, e*Message sowie weitere Netzbetreiber, Provider, Hersteller etc. Eines der wichtigsten Ziele besteht darin, Funkruf und andere Technologien zur mobilen Nachrichtenkommunikation weiterzuentwickeln. EMMA engagiert sich als Mitglied von ETSI für die Standardisierung von Diensten zur Warnung der Bevölkerung. Die Vereinigung kooperiert mit der American Association of Paging Carriers (AAPC). EMMA-Hauptsitz: London, Großbritannien.

Dies ist eine Pressemitteilung der European Mobile Messaging Association (EMMA)

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