Bundesverband PMeV gründet Arbeitskreis Alarmierung

07.03.2011

Der Bundesverband Professioneller Mobilfunk (PMeV) gründete am 22. Februar 2011 in Hamburg einen Arbeitskreis Alarmierung.

PMeV

Die gesellschaftliche Bedeutung des Themas Alarmierung ist nicht zu unterschätzen: 1.1 Millionen Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren und 300.000 weitere freiwillige Kräfte der Hilfsorganisationen (DRK, Johanniter, Malteser, ASB, THW und andere) müssen im Bedarfsfall schnell und sicher alarmiert werden. Zusammen mit den 250.000 Mitgliedern von Jugendfeuerwehren ergibt dies eine Gesamtzahl von 1.65 Millionen freiwilligen Einsatzkräften.

 

Aber auch in industriellen Bereichen und für Unternehmen der Energie- , Gas- und Wasserversorgung spielt die Alarmierung der Bereitschaftsdienste und bei Störfällen eine zunehmende Rolle.

Die Mehrheit der deutschen Feuerwehren alarmiert noch analog, rund 16 Prozent der deutschen Kommunen mit Sirene. Daneben existieren zwei digitale Alarmierungstechniken nach dem weltweit genutzten POCSAG-Standard. Und schließlich werden auch noch Lösungen aus dem öffentlichen Mobilfunk (SMS-Alarmierung) angeboten, die jedoch als unprofessionell (Zustellzeiten ungewiss; Sicherheit nicht gewährleistet) und teilweise als unwirtschaftlich (zu kostenintensiv) gelten.

Vor dem Hintergrund dieses sehr heterogenen Nebeneinanders verschiedener Alarmierungstechnologien hat der Bundesverband Professioneller Mobilfunk (PMeV) am 22. Februar 2011 in Hamburg einen Arbeitskreis Alarmierung ins Leben gerufen. Den Vorsitz der Arbeitsgruppe hat der Stellvertretende PMeV-Vorsitzende Dr. Klaus Hütten (Foto) übernommen. Mit am Gründungstisch saßen das Landesinnenministerium Hessen und die Berliner Feuerwehr, so dass auch die Anwenderseite in die Arbeit des neuen Gremiums eingebunden ist. Im neuen Arbeitskreis wollen Anbieter und Anwender gemeinsam an Lösungsansätzen für eine nutzerorientierte Weiterentwicklung der Alarmierung arbeiten.

Um das komplexe Thema Alarmierung anzugehen, einigten sich die 20 anwesenden Teilnehmer auf die folgenden vier Arbeitsschwerpunkte:

  • Begriffsdefinitionen
  • unterschiedliche Technologien
  • Festlegungen zu Mindeststandards und
  • anforderungen - Dialog mit Anwendern

Der Wandel erfordert neue Konzepte

Alarmierung dient im Gegensatz zur Sprach- und Datenkommunikation ausschließlich der schnellen, zuverlässigen Übermittlung primärer Einsatzdaten. Über den Informationsgehalt entscheiden vorher abgestimmte, automatisierte Führungs- und Leitprozesse, die entweder durch das Leitstellenpersonal oder durch Einsatzleitsysteme bestimmt werden. Aus verschiedenen Gründen werden die zu erreichenden Alarmierungsflächen in Deutschland immer größer: Konzentration der Leitstellen, Kreisgebietsreformen, Berufspendler, Häufung von Extremwetter-Einsätzen usw. Daher müssen die Konzepte zur Alarmierung freiwilliger Kräfte - insbesondere in den Flächenländern - mit der Flexibilität und der Vergrößerung der durch die Leitstellen zu versorgenden Flächen einhergehen.

Der Arbeitskreis wird sich daher eingehend mit den unterschiedlichen Alarmierungseinrichtungen von Meldeempfängern über Sirenensteuerempfängern bis hin zu Leitstellenkomponenten in den verschiedenen Technologien beschäftigen. Auch im BOS-Digitalfunk wird es keine einheitliche Alarmierungslösung in den Bundesländern geben, zu unterschiedlich sind die politischen, technischen, geografischen und kommerziellen Voraussetzungen.

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