Preis für Pionierprojekt SAFE

26.06.2010

Mering empfängt Auszeichnung als Ort im Land der Ideen für ein Frühwarnsystem, bei dem e*Warn-Sirenen erfolgreich im Einsatz sind.

SAFE

06/2010. Seit über einem Jahr warnt das Frühwarnsystem SAFE Bürger und Rettungskräfte in Mering vor Extremwetter. Am 26. Juni wird die bayerische Marktgemeinde dafür als ausgewählter Ort im Land der Ideen ausgezeichnet. SAFE ist ein Projekt des Fraunhofer Instituts für Software- und Systemtechnik ISST, als dessen Partner der Netzbetreiber e*Message die Warnungen überträgt.

 

Als am 26. Mai 2009 ein Sturmtief mit Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/ h über den Süden Deutschlands hinwegfegte, waren die Bürger der Marktgemeinde Mering bereits gewarnt und brachten sich rechtzeitig in Sicherheit. Der Grund ist das Unwetterwarnsystem »SAFE« (Sensor-Aktor-gestütztes Frühwarnsystem zur Gefahrenabwehr bei Extremwetter), das als Prototyp unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Software und Systemtechnik ISST und in Zusammenarbeit mit dem Paging-Netzbetreiber e*Message in Mering eingesetzt wurde. Genau ein Jahr und einen Monat später, am 26. Juni 2010, wird die Gemeinde für dieses innovative Projekt als Ort im Land der Ideen ausgezeichnet.

Wie ein Schutzschirm misst bei SAFE ein enges Netz aus Sensoren, die rund um die Gemeinde eingesetzt werden, die Wetterentwicklung. Zusammen mit überregionalen Daten, zum Beispiel von Satelliten, berechnet das System orts- und zeitgenaue Vorhersagen und startet Gefahrenabwehrprozesse. Damit können neben der gezielten Information der Bürger und Rettungskräfte sogar Fenster automatisch geschlossen und Schleusen ohne menschlichen Eingriff gesteuert werden.

Bedeutendes Einsatzpontenzial für diese Pioniertechnologie

„Die bloße Kenntnis von Gefahren schafft noch keinen Schutz“, so Ulrich Meissen, Projektleiter des Sensor-Aktor-gestützten Frühwarnsystems SAFE. „Der besondere Vorteil von SAFE liegt darin, dass das System nicht nur Gefahren erkennt, sondern auch gezielt Maßnahmen in die Wege leitet.“ Dafür nutzt es unterschiedliche Warnkanäle, um die individuellen Bedürfnisse und Situationen der Bürger zu berücksichtigen. So können über Set-Top-Boxen Warnungen in das laufende Fernsehprogramm eingeblendet werden. e*Warn-Sirenen informieren nachts in Wohngebäuden und tagsüber zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Industrieanlagen und Behörden die betroffenen Personen. Wobei die Unwetterwarnungen über das satellitengestützte Funkrufnetz von e*Message übertragen werden.

Neben Unwetterwarnungen lassen sich die Komponenten des Systems auch für verbesserte Warnungen bei Katastrophen wie Sturmfluten und Großunfällen nutzen. Dies wird seit August 2009 vom Fraunhofer ISST im Landkreis Aurich im Projekt „KatWarn“ getestet. Bei dem Feldtest sind ebenfalls e*Warn-Sirenen mit Geo-Koordinaten-Lokalisierung im Einsatz. Ihr Vorteil: Sie warnen die Bevölkerung nicht nur tagsüber auf die Hausnummer genau, sondern auch nachts oder bei Stromausfall. Wegen dieser und weiterer Vorteile entwickeln Hersteller derzeit Rauchwarnmelder, in die das von e*Message entwickelte e*Warn-Modul integriert sein wird.

Mit dem Projekt SAFE setzte sich die Marktgemeinde Mering 2010 als einer von 365 Gewinnern gegen mehr als 2.200 Bewerbungen durch und überzeugte die Jury. Insbesondere vor dem Hintergrund des Klimawandels und den damit einhergehenden Extremwetterfolgen hat die Pioniertechnologie von SAFE ein bedeutendes Einsatzpotenzial.

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