Mit Pager durch ein „Nadelöhr“

15.12.2008

Eine Anfahrtsstraße, viele Lkw. Die Lösung für die Robert Bosch GmbH Homburg: e*Cityruf und das „Gate and Loading Dock Management System“. Das Logistikzentrum der Robert Bosch GmbH in Homburg hat eine ideale Lösung für die Lkw-Koordination gefunden – das von Dresden Informatik GmbH und e*Message entwickelte Gate und Loading Dock Management System DiGDM. Die eintreffenden Lkw werden mit dem Funkrufdienst e*Cityruf gezielt aufgerufen. Effekt: Personeller Aufwand und Wartezeiten werden erheblich reduziert.

Mit Pager durch ein „Nadelöhr“

Die Situation. Die Robert Bosch GmbH ist aus der Kreisstadt Homburg nicht mehr wegzudenken. In drei Werken produzieren fast 6.500 Mitarbeiter weltweit gefragte Diesel-Einspritzausrüstungen für Kraftfahrzeuge sowie Hydraulikkomponenten für Industrietechnik. Mit wachsendem Auftragsvolumen. Deshalb musste ein neues Logistikzentrum her, in dem alle Warenannahme- und Versandstellen aus den einzelnen Werksteilen zusammengelegt werden konnten. In dem neuerrichteten zweigeschossigen Gebäude mit einer Fläche von 11.400 Quadratmetern und seinen 14.500 Lagerplätzen werden täglich rund 3.000 Ein- und Auslagervorgänge abgewickelt – zwei pro Minute. Es lief gut an, allerdings existiert an diesem Standort im Werksteil Ost nur eine Anfahrtsstelle für sämtliche Lkw – quasi ein Nadelöhr, vor dem sich in Stoßzeiten anfangs kaum zu kontrollierende Staus bildeten.


Das Problem. In den ersten sechs Wochen nach Inbetriebnahme des Logistikzentrums wurden die eintreffenden Lkw noch mittels eines „Workarounds“ zum vorgesehenen Verladetor geholt. Das sah dann so aus: Entweder wurden die Lkw telefonisch über den Werkschutz am Eingang abgerufen oder die Fahrzeuge standen bereits im Werksgelände auf der Zufahrtsstraße und mussten per Zuruf an die Verladetore delegiert werden. Dadurch war die Straße blockiert und häufig wusste niemand, wo sich einzelne Fahrer gerade aufhielten. Diese Abwicklung erforderte einen erhöhten manuellen Aufwand.


Die Lösung. Mit dem Gate and Loading Dock Management System DiGDM fand sich die ideale Lösung für das Problem. Denn das von der Dresden Informatik GmbH und e*Message entwickelte DiGDM-System optimierte auf einen Schlag die Fahrzeugkoordination am Werktor und an der Rampe. „Durch Erweiterung unseres Versandkontrollsystems mit dem Modul ‚Lkw-Leitsystem’ haben wir den zuvor manuell betriebenen Aufwand eliminiert“, erläutert Uwe-Werner Fetzer, Prozessexperte in der Versandabteilung. “Mit dieser Lösung sind wir nun in der Lage, alle eintreffenden Lkw gezielt und bedarfsorientiert abzurufen.“ Rund 70 Lkw sowie zusätzliche Express- und Kurierdienste steuern das Logistikzentrum täglich an. Etwa zwei Drittel der Lkw werden inzwischen mit Hilfe des neuen Leitsystems DiGDM abgefertigt.


Der Ablauf. Die ankommenden Lkw-Fahrer fahren in die Lkw-Wartezone, melden sich beim Werkschutz an und erhalten einen e*Cityruf-Pager. Gleichzeitig werden Spedition, Kfz-Kennzeichen und die Anzahl der zu liefernden oder zu holenden Ladungsträger erfasst und an den Verladedisponenten gemeldet. Er entscheidet über die Priorität. Sobald ein Fahrer an der Reihe ist, sendet ihm der Verladedisponent aus der internen EDV-Anwendung heraus eine e*Cityruf-Nachricht mit der Nummer des anzusteuernden Verladetors an einer der acht Rampen. Eine Sache von Sekunden.


Das Ergebnis. „Mit Cityruf konnten die Lkw-Wartezeiten und der personelle Aufwand erheblich reduziert werden. Die Nachrichten werden schnell übertragen und die Fahrer bleiben überall mobil erreichbar“, resümiert Uwe-Werner Fetzer. Für das DiGDM-System und e*Cityruf sprach auch, dass sie sich unkompliziert in das Versandkontrollsystem (VKS) von BOSCH integrieren ließen, sofort einsetzbar und einfach zu handhaben waren. „Über unser VKS-System werden alle Verladungen
abgewickelt. Es ermöglicht einen lückenlosen Zugriff auf aktuelle Statusinformationen über alle eingetroffenen Lkw, die Abwicklung von Verladungen, Transportaufträgen und Lieferscheinen. Jetzt sind wir sogar in der Lage, die Durchlaufzeit je Lkw vom Abruf bis hin zum Verladeabschluss einfach per Knopfdruck auswerten.“

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