Bevölkerung warnt vor Sicherheitsrisiken

02.02.2006

Rund 45 Prozent der Bundesbürger sehen Gefahr durch veraltetes Funknetz für Polizei und Feuerwehr (BOS-Digitalfunk).

Feuerwehr

Eine repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zum 4. Nationalen Paging-Kongress am 13. Februar 2006 in Berlin ergab: 45 Prozent der Bundesbürger sehen Sicherheitsrisiken zur Fußball-Weltmeisterschaft durch veraltetes Funknetz für Polizei und Feuerwehr. Die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht ausreichend über die Alarmierung im Katastrophenfall informiert.

 

Sicherheitslücken: Knapp 45 Prozent der Deutschen sieht eine Gefahr für die Sicherheit während der Fußball-WM 2006, weil Deutschland noch nicht über ein einheitliches und zuverlässiges Funknetz für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) verfügt. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des Berliner Spezialmobilfunkanbieters e*Message. Die Befragung erfolgte anlässlich des 4. Nationalen Paging-Kongresses, der am 13. Februar 2006 zum Thema Alarmierung in Berlin tagt. Vor allem Wähler von CDU-CSU, von Linkspartei/PDS und der Grünen sowie das weibliche Geschlecht sehen in dem veralteten Netz ein Sicherheitsrisiko. Weiteres Ergebnis der Befragung: Verunsichert zeigt sich die Bevölkerung auch beim Thema Alarmierung im Katastrophenfall: Nahezu 50 Prozent der Bundesbürger bezeichnen sich als nicht ausreichend darüber informiert, wie sie auch nachts oder bei Stromausfall informiert und gewarnt werden sollen. Dies gilt insbesondere für Wähler von SPD und FDP sowie jüngere Menschen unter 29 Jahren und für Frauen.

Experten warnen bereits seit langem vor den Risiken des veralteten Kommunikationsnetzes. Gleichzeitig mahnen sie an, bei dem geplanten neuen BOS-Digitalfunknetz auch die Alarmierungsfähigkeit der rund 1,4 Mio. freiwilligen Einsatzkräfte zu gewährleisten. Dietmar Gollnick, Vorsitzender der Geschäftsführung von e*Message: „Auch die nicht-polizeilichen Helfer, etwa von Feuerwehr oder Technischem Hilfswerk, benötigen eine flächendeckende Alarmierungslösung. Ebenso dringend ist es, die Bundesbürger im Notfall effektiv zu warnen, beispielsweise durch die Integration von Paging-Funkchips in Brandmelder, wie es eine Initiative des Deutschen Feuerwehrverbandes fordert.“

Hintergrund: In anderen Ländern wie Belgien, den Niederlanden und Großbritannien sind digitale Funknetze für Polizei und Feuerwehr bereits in Betrieb. In diesen Ländern werden die vor allem freiwilligen Hilfskräfte mit einem speziellen, landesweiten Netz per Funkruf (Paging) alarmiert. In Deutschland hingegen arbeitet die Polizei von Bund und Ländern noch mit einem analogen Sprechfunknetz. Nachteile des veralteten Systems sind die fehlende Abhörsicherheit und die mangelnde Zuverlässigkeit. Besonders uneinheitlich, teilweise von Landkreis zu Landkreis differenziert, ist die Ausstattung der mehr als 1,4 Millionen freiwilligen Helfer. In Bayern und Teilen Niedersachsens zum Beispiel erfolgt die Alarmierung meist im Wettbewerb um die knappen Ressourcen mit dem Sprechfunk. In Baden-Württemberg hingegen verfügt jeder Landkreis über ein individuelles Alarmierungssystem, das an der jeweiligen Kreisgrenze aufhört.

Lösungen für eine zeitgemäße, sichere Alarmierung und für die Warnung der Bevölkerung werden am 13. Februar 2006 in Berlin auf dem 4. Nationalen Paging-Kongress diskutiert. Im Mittelpunkt steht auch der aktuelle Stand der Vorbereitungen für ein neues BOS-Netz. Unter den Referenten sind Sicherheitsexperten aus Großbritannien, Belgien, Österreich und Israel sowie aus der Bundesrepublik. Schirmherr des Kongresses ist Albrecht Broemme, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Es sei wichtig, betonte Broemme, dass es jetzt mit dem neuen Digitalfunknetz zügig vorangehe.

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