Keine Ausrede fürs Nichtstun

22.12.2005

Der 3. Nationale Paging-Kongress hat den Ruf dieser jährlich stattfindenden Veranstaltung bestätigt: Für mehr als 180 Teilnehmer aus ganz Deutschland erwies sie sich als Forum des Austauschs, der Information und der Anregung zum Handeln. Insgesamt 13 Referenten aus vier Ländern informierten über die Alarmierung von nichtpolizeilichen BOS.

Mit mehr als 180 Teilnehmern gestaltete sich der 3. Nationale Paging Kongress am 21. Februar 2005 in Berlin zu einem großen Erfolg. Im Blickpunkt stand die Einführung eines Digitalfunknetzes für die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). In diesem Zusammenhang informierten 13 Referenten aus vier Ländern umfassend über die Alarmierung von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen, die mit rund 1,4 Millionen meist freiwilligen Mitgliedern die große Mehrheit innerhalb der deutschen BOS bilden.

Neben konkreten Lösungen und Handlungsalternativen wurden auch Anwendungsbeispiele aus der Praxis vorgestellt. Besonders lebhaft diskutiert wurde der in den meisten Bundesländern noch bevorstehende Zusammenschluss der vielen einzelnen Leitstellen zu großen, integrierten Regionalleitstellen.

Der Kongress stand unter der Schirmherrschaft von Dipl.-Ing. Albrecht Broemme, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes. Zu den Vortragsrednern gehörten Rudolf Scharping (Mitglied des Bundestages), Ralf Kastrup (Stadt Gelsenkirchen, Berufsfeuerwehr), Christophe Grégoire (A.S.T.R.I.D., Belgien), Dr. Wolf Dombrowsky (Katastrophenforschungsstelle, Universität Kiel), Prof. Dr. Uwe Meinberg (Fraunhofer Anwendungszentrum Logistiksystemplanung und Informationssysteme), Stephan Bandlow (Integrierte Regionalleitstelle Elmshorn), Dr. Klaus Hütten (e*Message W.I.S. Deutschland GmbH), Derek Banner (Wireless Messaging Association, UK) und Chris Jones (PageOne, UK). Jacques Couvas (Schweiz) überbrachte eine Grußbotschaft der European Mobile Messaging Association (EMMA), deren Direktoren ebenfalls zum Kongress angereist waren.

Mit viel Beifall bedacht wurde der Vortrag „Föderalismus und Konnexitätsprinzip: Rollenverteilung bei Alarmierung und Brandschutz“ von Rudolf Scharping, Mitglied des Bundestages und Verteidigungsminister a. D. „Das deutsche Gemeinwesen ist aus gutem Grund föderal organisiert. Das darf jedoch keine Ausrede fürs Nichtstun sein, niemals“, betonte er. Beim Tauziehen um den BOS-Digitalfunk drohe eine Situation, in der alles zerredet, zerfasert und zerhäckselt werde. Wenn das so weitergehe, würde sich die seit 1996 andauernde Diskussion erst als Halbzeit erweisen. Dabei zähle am Ende nur eins: die Sicherheit der Bevölkerung.

Das Spektrum der Themen auf dem Kongress reichte von zeitgemäßer, flächendeckender Alarmierung und speziellen Anforderungen an die gleichzeitige Alarmierung vieler freiwilliger Hilfskräfte auch in Hinblick auf die Fußball-WM 2006 über die personellen, finanziellen, territorialen und technologischen Aspekte von Großleitstellen bis hin zur dringend erforderlichen Neuordnung des Katastrophenschutzes. Auf lebhaftes Interesse stießen auch die von Christophe Grégoire, Derek Banner und Chris Jones geschilderten Beispiele für Alarmierungsprobleme und -lösungen in Belgien und Großbritannien.

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