Toll Collect setzte auf falsche Technologie

19.02.2004

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe hat die Öffentlichkeit heute über das Ende der Verhandlungen mit den Gesellschaftern von TollCollect informiert. Die in Europa im Data Broadcast führende e*Message-Gruppe nimmt dazu wie folgt Stellung.

Zu dieser Situation haben verschiedene Ursachen geführt. Dazu gehört, dass die Lösung nicht in überschaubarere Einzelteile zerlegt wurde. Wobei jedes für sich kein Neuland gewesen wäre. Ein weiterer, wichtiger Grund: Aus reiner Technologiegläubigkeit wurde ausschließlich auf die Mobiltelefonnetze von T-Mobile und Vodafone gesetzt. Diese sind gut geeignet, Einzelinformationen zu übertragen. Allerdings fehlt ein Mechanismus, der es gestattet, an 800.000 Fahrzeuge gleichzeitig Informationen, zum Beispiel über Software- und Streckenänderungen, sicher und preiswert zu übertragen.

In Deutschland bahnt sich ein mindestens ebenso großes Projekt an: Die Digitalisierung des Polizei- und Feuerwehrfunks. Auch in diesem Fall kursiert der Irrglaube, Daten und Alarmierung mit einer Technologie übertragen zu müssen oder zu können. Koste es, was es wolle.

Dabei wird außer Acht gelassen, dass die Anforderungen an die Alarmierung der mehr als 1,4 Millionen freiwilligen Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen weder durch GSM noch durch andere zellulare Infrastrukturen realisierbar sind. Zellulare Netze wie GSM, UMTS, TETRA und TETRAPOL bedürfen der Ergänzung durch „broadcast-typische“ Netze. Hunderte Teilnehmer rechtzeitig und gleichzeitig zu alarmieren, ist Aufgabe eines deutschlandweiten Spezialnetzes, wie es e*Message den deutschen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) anbietet. In Ergänzung zum Sprech- und Datenfunknetz wäre ein sicheres modulares Angebot erzielbar, für einen Bruchteil an Kosten und Zeit.

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