"Neue Strategie zum Schutz der Bevölkerung in Deutschland" (Grundzüge)

05.05.2004

Grundgedanke dieser neuen Rahmenkonzeption für den Zivil- und Katastrophenschutz ist die gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern für die Bewältigung außergewöhnlicher Gefahren- und Schadenslagen. Dazu zählen Naturkatastrophen, Industrieunfälle und Seuchen ebenso wie die Gefahren durch den internationalen Terrorismus. Es soll ein Stufensystem für die Gefahrenabwehr gebildet werden, in dem sich die unterschiedlichen Versorgungsstufen nach dem Gefährdungsgrad und der Bevölkerungsdichte richten. Bund und Länder haben sich im Juni auf dieses neue Konzept verständigt.

Einsatz

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Die wichtigste organisatorische Konsequenz besteht darin, die Dienstleistungen und Serviceangebote des Bundes im Bereich des Zivil- und Katastrophenschutzes zu bündeln. Dazu wurde ein neues Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe eingerichtet, das am 1. Mai 2004 seine Arbeit aufgenommen hat. Der zivile Bevölkerungsschutz wird damit organisatorisch als Säule des nationalen Sicherheitssystems hervorgehoben.

 

Gemeinsames Melde- und Lagezentrum

Bereits seit Herbst vergangenen Jahres verfügt Deutschland über ein neues Instrument zur Koordinierung bei großflächigen Gefahrenlagen: Es ist das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum des Bundes und der Länder. Es ist bei der Zentralstelle für Zivilschutz im Bundesverwaltungsamt eingerichtet und soll vor allem als Zentrum für Ressourcenmanagement in Bereitschaft stehen - zur raschen und sinnvollen Zuteilung von Helferinnen und Helfern, zum Nachweis und zur Vermittlung von Hilfsmitteln, von technischen Gerätschaften.

Deutsches Notfallvorsorge-Informationssystem (deNIS)

Das neue Melde- und Lagezentrum stützt sich im wesentlichen auf das Deutsche Notfallvorsorge-Informationssystem, kurz deNIS genannt. Kernaufgabe dieser Datenbank ist die übergreifende Verknüpfung, Aufbereitung und Bereitstellung von Informationen für das Katastrophen-Management. In einer ersten Aufbaustufe ist deNIS bereits im Mai vergangenen Jahres "online" gegangen, als Informationsportal für den Bürger. Die Bürger können hier ein breites Spektrum wichtiger Informationen zu Fragen des Bevölkerungsschutzes abrufen.

Satellitengestütztes Kommunikationssystem

Zu den wichtigsten Aufgaben des Katastrophenschutzes zählt es, die Bevölkerung schnell und flächendeckend vor bevorstehenden Gefahren warnen zu können. Am 15. Oktober 2001 haben wir ein neues, satellitengestütztes Kommunikationssystem des Bundes in Betrieb genommen. Per Satellit können jetzt amtliche Warndurchsagen in Sekundenschnelle über die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und - in Kürze - auch über private Rundfunkanstalten verbreitet werden.

Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz

Um den Katastrophenschutz verbessern zu können, wird der Austausch der verschiedenen Dienststellen des Bundes und der Länder, der Kommunen, der Feuerwehren und der Hilfsorganisationen, und außerdem das Gespräch mit der Wissenschaft intensiviert. Dieser wichtigen Aufgabe dient der Ausbau der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Selbstschutz der Bevölkerung

Alle Strategien zum Schutz der Bevölkerung greifen aber zu kurz, wenn wir nicht zugleich die Fähigkeit der Bürgerinnen und Bürger stärken, sich vorbeugend und beim Eintritt von Gefahren zu schützen. Hier liegt noch manches im Argen. Wir haben deshalb unter anderem im Herbst letzten Jahres die Förderung der Erste-Hilfe-Ausbildung mit Selbstschutzinhalten wieder aufgenommen. Wir setzen da an, wo im Sinne einer ebenso frühen wie nachhaltigen Sensibilisierung die größten Erfolge zu erwarten sind, nämlich in der Schule.

ABC-Erkundungsfahrzeuge

Seit September 2001 hat der Bund rund 650 Zivilschutzfahrzeuge an die Länder ausgeliefert, neben Krankentransportwagen vor allem moderne ABC-Erkundungskraftwagen. Damit verfügt Deutschland nun erstmals über ein hoch mobiles System zur Aufspürung, Messung und Erfassung von radiologischen, biologischen und chemischen Kontaminationen.

Copyright © e*Message 2014 | Impressum | Datenschutz