MobilCom und der Mittelstand: Markt nicht verfälschen!

29.09.2002

Lizenzinhaber e*Message zu Finanzhilfen und Wettbewerbsverzerrung

Wegen drohender Insolvenz wurde MobilCom eine Finanzspritze von bis zu 400 Millionen Euro zugesagt. Dazu erklärt Dr. Dietmar Gollnick, Vorsitzender der Geschäftsführung der e*Message Deutschland GmbH und Chief Executive Officer Europe:

Es ist auch wettbewerblich bedenklich, wenn knapp zwei Jahre nach der Vergabe der UMTS-Lizenzen die damals akzeptierten Spielregeln in Frage gestellt werden und Unternehmen sowie Gesellschafter Marktkorrekturen durch Regulierer und staatliche Finanzinstitute einfordern. e*Message ist der einzige Mittelständler unter den sieben Inhabern einer deutschlandweiten Lizenz der Lizenzklasse 1 (Mobilfunklizenz) und offeriert ein Spezialsegment in diesem Markt, nämlich Paging für gewerbliche und behördliche Kunden sowie Informationsübertragung zeitgleich und zeitgerecht an viele Empfänger (Digital Data Broadcast). Dabei stehen wir auf einzelnen, wichtigen Gebieten im Wettbewerb mit GSM und UMTS. Nachträgliche Regel- und Marktkorrekturen durch milliardenschwer kreditfinanzierte Player sind nicht hinnehmbar. Genau wie wir, wussten auch die anderen vorher, worauf sie sich einlassen.

Mobilkommunikation lebt nicht nach wirtschaftlichen Sonderregeln, selbst wenn es die UMTS-Lizenznehmer im Frühherbst 2000 anders sahen. e*Message stellt eine von 50.000 Unternehmen in Deutschland und Frankreich genutzte Mobilfunk-Dienstleistung bereit, die durch GSM oder UMTS nicht ersetzt werden kann. Das hat erst jüngst die Hochwasserkatastrophe bewiesen, denn im Gegensatz zu Festnetz- und Mobiltelefonnetzen funktionierte das satellitengestützte Funkrufnetz von e*Message als einziges völlig störungsfrei. Dessen ungeachtet behaupten jetzt mehrere Anbieter, sie könnten auch Paging leisten. Das ist falsch. Gleichzeitig Hunderte Teilnehmer deutschlandweit oder nur in einer Funkzelle zu erreichen, auch in Notsituationen – das ermöglichen ausschließlich e*Message-Dienste. Sie haben sich auf dem Markt etabliert, brauchen aber faire Wettbewerbsbedingungen.

Um die Wahrung des Wettbewerbs geht es auch im Zusammenhang mit einer Initiative von T-Mobile und O2, die in Brüssel die Genehmigung für einen geplanten Infrastruktur-Sharing-Vertrag beantragt haben. Wir haben der Europäischen Kommission unsere Meinung zur Problematik fristgerecht mitgeteilt und erwarten konstruktive Lösungen.

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