Feuerwehralarmierung gefährdet

05.12.2002

Innenministerkonferenz tagt in Bremen zum Digitalfunknetz für BOS / Fakten, Hintergründe, Lösungen unter: www.bos-alarmierung.de.

Sendeturm

Die Innenministerkonferenz in Bremen fasst am 5. / 6. Dezember Beschlüsse zum neuen Digitalfunknetz für BOS. Wie jetzt bekannt wurde, sieht ein Plan vor, die Anforderungen der Feuerwehren weitgehend unberücksichtigt zu lassen. Das gefährdet die Alarmierung vor allem in ländlichen Gebieten. e*Message geht mit einer Website zum Thema online: www.bos-alarmierung.de.

 

Auf der morgigen Innenministerkonferenz steht ein Beschluss zu befürchten, der die Freiwilligen Feuerwehren – den größten Teil der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) – weitgehend unberücksichtigt lässt. Der notwendige Sparansatz wird aus vermeintlichen Kostengründen dazu führen, die Alarmierung der Feuerwehren zu gefährden. Nach Abschalten der bestehenden Netze wird es für mindestens 200.000 Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren keine Alarmierung mehr geben und für die mehr als 800.000 anderen Feuerwehrleute wird sich die seit Jahren kritisierte Situation nicht verbessern.

Das neue Digitalfunknetz soll rund 4 Milliarden Euro kosten, ohne die Anforderungen an die Alarmierung zu berücksichtigen. Dafür seien die Kommunen zuständig. Die müssten jedoch, um auch nach Abschaltung des veralteten analogen Netzes noch alarmieren zu können, zusätzlich mindestens 6 Milliarden Euro investieren. Denn ein alternatives bundeseinheitliches Alarmierungskonzept ist offiziell nicht vorgesehen.

„Das ist völlig unrealistisch,“ betont Dr. Dietmar Gollnick, Vorsitzender der Geschäftsführung e*Message Deutschland und CEO Europe, in einer Stellungnahme. „Es wäre falsch, die ungelösten Probleme allein den Kommunen zu überlassen und sich auf deren Zuständigkeit für den Brandschutz zu berufen. Denn es darf keine Zwei-Klassen-Gesellschaft geben. Welcher Politiker will die Verantwortung übernehmen, wenn z. B. bei Flutkatastrophen die Kommunikation ausfällt und die Bevölkerung gefährdet ist? Bei allem Streit um die richtige Technik, geschürt durch Hersteller, denen es um Milliardenumsätze geht, wurde die Alarmierung vernachlässigt.“

Bereits im März hatte e*Message mit einem speziellen Alarmierungsnetz als Bestandteil des dann integrierten Digitalfunknetzes eine Lösung vorgeschlagen, die zwischen 50 und 100 Millionen Euro, also weniger als ein Prozent der jetzt avisierten Variante, kostet. Das Netz wäre schon 2003 – fünf bis zehn Jahre früher – verfügbar. Hunderte Gruppen könnten in wenigen Minuten alarmiert werden. Die Alarmierung könnte in jedem von den Leitstellen festzulegenden Gebiet in Deutschland erfolgen. Zudem entspräche ein solches Modell Lösungen, die in anderen europäischen Ländern bereits beschlossen sind.

Über Fakten und Hintergründe zum Thema informiert e*Message ab sofort auf einer speziellen Website unter der Adresse: www.bos-alarmierung.de.

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