Leiter des größten Lehrstuhls für Elektrotechnik in Deutschland: Paging hat einzigartige Stärken

06.08.2001

Mit Paging im Vergleich zu zellularem Mobilfunk und digitalen Rundfunkdiensten beschäftigt sich eine aktuelle Studie, die im Auftrag der e*Message Deutschland GmbH entstand. Prof. Dr.-Ing. Bernhard Walke stellte sie jetzt erstmals der Öffentlichkeit vor. „Funkrufdienste“, so sein Fazit, „haben gegenüber allen anderen Techniken der drahtlosen Nachrichtenübertragung, sei es Mobilfunk, Satellitenfunk oder schnurloser Übergang in das Festnetz, unbestreitbare Vorteile.“

Pager

Die Funkruftechnologie, erklärte er während eines Expertengesprächs in München, gewährleiste eine fast 100-prozentige Erreichbarkeit des Teilnehmerendgerätes. Bei der schnellen und zuverlässigen Alarmierung von Einzelpersonen und Gruppen sei sie anderen Funksystemen teilweise deutlich überlegen, resümierte der Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationsnetze der RWTH Aachen die Studie.

 

Technische Spezifikation garantiert Alleinstellung

Zu den Vorteilen zählen u. a. die bessere Ausleuchtung, längere Standzeiten, geringe Latenz, Gruppenruffunktionalität sowie eine hohe Orts- und Zeitwahrscheinlichkeit. Im Gegensatz zu Mobiltelefonnetzen sei die Anzahl der mittels einer Funkzelle zu erreichenden Teilnehmer unbegrenzt. Punkt-zu-Multipunkt-Anwendungen mit einigen Hundert oder mit Tausenden Adressaten seien nur via Funkruf ökonomisch sinnvoll realisierbar. Der RWTH-Studie zufolge verfügen Funkruf-Systeme über ein „erhebliches Entwicklungspotential“. Völlig neue Einsatzfelder ergeben sich zum Beispiel aus der Integration in hybride Systeme.

Völlig neue Anwendungsfelder durch hybride Systeme

Dieser Teil der Studie habe ihn besonders beeindruckt, betonte Dr. Dietmar Gollnick, Vorsitzender der Geschäftsführung e*Message Deutschland und CEO Europe, nach der Präsentation. „Durch die Ergänzung zellularer Netze – GSM, GPRS, UMTS – um funkruftypische Netze eröffnen sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten. Ein Beispiel: Zehn Millionen UMTS-Nutzer erfahren über die Funkruf-Funktion im Handy gleichzeitig, dass ein Tor im Fußballspiel gefallen ist. Wenn sie wollen, können sie es sich dann über UMTS in Zeitlupe anschauen.“ Auch als Erweiterungsmodul für bestehende Personal Digital Assistant-Lösungen, wie zum Beispiel Palm, seien Paging-Systeme denkbar. Die kleinen Paging-Empfänger ließen sich unkompliziert in PDA-Gehäuse integrieren. Dies würde einen mobilen Informationsempfang unabhängig vom Internetzugang und erheblich preiswerter als über Mobiltelefonnetze ermöglichen.

Sehr wichtige Einzelmeldungen würden automatisch über das jeweils optimale System zugestellt werden. Prof. Dr. Bernhard Walke, dessen Publikationen sowie Forschungs- und Entwicklungsprojekte zum Mobilfunk internationales Ansehen genießen, plädierte für komplette Lösungen zum Nutzen der Teilnehmer. Paging könne dabei seine besonderen Stärken einbringen. „Für uns stellte es eine Herausforderung dar, diesen klassischen Rundfunkdienst in einer umfangreichen Studie zu analysieren.“

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